April — Irgendwo zwischen gestern und morgen

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April — Irgendwo zwischen gestern und morgen

Es ist wieder Frühling. Das Licht kommt anders herein als im Oktober, als ich zuletzt hier geschrieben habe. Sechs Monate. Eigentlich nicht lang, wenn man sie im Kalender zählt. Gefühlt war es ein ganzes Jahr — vollgepackt mit Entscheidungen, Rückschlägen, stillen Fortschritten und Dingen, die sich einfach nicht planen lassen.

Ich fange trotzdem an.


Die letzten Monate — ein ehrlicher Überblick

Das Private war turbulent. Mehr als ich hier in Worte fassen will. Wer zwischen den Zeilen liest, wird es ahnen: Wenn jemand ein Haus verkaufen möchte, um sein Leben an einem anderen Ort neu zu beginnen, dann ist das selten ein gerader Weg. Es ist ein Weg voller Behördenbriefe, Besichtigungstermine, Gespräche, die nicht enden, und Nächten, in denen man sich fragt, ob die Entscheidung die richtige war.

Sie war die richtige.

Schweden wartet noch. Aber es wartet jetzt ein wenig geduldiger als früher — weil ich selbst geduldiger geworden bin.


Aufgabenübersicht

Priorität Aufgaben Status Deadline
Hoch Motivhaus aktiv offen
Mittel MyPet in Arbeit offen
Mittel Notizen-App in Arbeit offen
Mittel Tamagotchi Konzept offen
Niedrig i2p-docker Experiment offen
Niedrig ERP wartend offen
Niedrig P2P-Kredite wartend offen

Motivhaus

Das ist das Projekt, das mich gerade am meisten fesselt.

Die Idee: eine vollautomatisierte Print-on-Demand-Pipeline. Trend-Analyse, Bildgenerierung, Produkterstellung, Shopbefüllung — alles über Agenten koordiniert. Als Orchestrator sitzt CHIEF, ein Claude-Sonnet-Agent. Drumherum: n8n für Workflows, PostgreSQL als Datenbankrückgrat, Ollama für lokale Inferenz, Kie.ai für die Bildgenerierung, WooCommerce als Shopfront, Printify als Fulfillment.

Klingt groß. Ist auch groß. Aber es wächst.

Was ich in den letzten Wochen gemerkt habe: Das Reizvolle an einem Multi-Agenten-System ist nicht die Technologie — die ist lösbar. Das Reizvolle ist die Frage, welche Entscheidungen man einem Agenten abnehmen kann und welche man selbst behalten will. Wo vertraut man dem System? Und wo steht man selbst als Filter?

Noch keine abschließenden Antworten. Aber die Fragen werden schärfer.


MyPet

MyPet schlummert seit Oktober. Das Grundgerüst steht — Backend, zwei Frontend-Apps, Login funktioniert. Aber danach braucht es Entscheidungen: Welches Backend-Framework? REST oder GraphQL? Wie modelliere ich die Rollen so, dass die Daten wirklich dem Tier gehören und nicht dem Besitzer?

Diese Fragen lassen sich nicht überspringen. Wer sie überspringt, baut Schulden, keine Software.

Im April habe ich die Dokumentation im Vault neu aufgestellt. Das fühlt sich nach wenig an, ist aber das Fundament für alles, was danach kommt.


Notizen

Eine plattformübergreifende Notiz-App — Flutter, Material Design 3, Markdown-Support, Sprachnotizen, Zeichnungen. Es ist eines dieser Projekte, die ich immer wieder in die Hand nehme, ein bisschen weiterbringe, und dann wieder warte, bis die Ideen ausgereift sind.

Was mich daran fasziniert: Notizen sind das älteste Interface der Welt. Und trotzdem ist es schwer, eine App zu bauen, die sich richtig anfühlt. Nicht überladen, nicht zu simpel. Irgendwo dazwischen.


Tamagotchi

Ja, ich baue ein Tamagotchi.

Wer jetzt lacht: gut. Es ist erlaubt. Aber hinter der nostalgischen Oberfläche steckt etwas, das mich wirklich interessiert — Arena-Kämpfe, Turniere, Multiplayer-Mechaniken. Wie baut man ein Live-System für virtuelle Haustiere, das sich nach echtem Wettkampf anfühlt, ohne dabei die Niedlichkeit zu verlieren?

Das ist noch Konzept. Aber es ist ein Konzept, das mich lächeln lässt.


I2P-Docker

Ein kleines Experiment mit Docker-Compose-Konfigurationen für I2P-Router und einen vorkonfigurierten Firefox. Kein großes Projekt — aber ein Lernfeld. Anonyme Netzwerke, Hidden Services, Eepsites. Das interessiert mich als Infrastruktur-Thema.


ERP

Läuft. Wartet. Ist geduldig.

Das ERP-Projekt ist das, was kommt, wenn alles andere in einem ruhigeren Rhythmus läuft. Es ist zu groß für Nebenbei und zu wichtig für Halbherzig. Also: warten, bis die Zeit stimmt.


P2P-Kredite

Hier hat sich wenig verändert. Die Idee bleibt dieselbe: Bitcoin-besicherte Kredite, Crowdfunding-Prinzip, EU-regulatorisch machbar — aber komplex. Das Projekt braucht einen Mitstreiter mit juristischem und finanzwirtschaftlichem Hintergrund.

Wenn du das liest und Interesse hast: Ich höre zu.


Schlussgedanke

Sechs Monate klingen nach einer langen Pause. Aber Pausen sind selten wirklich leer. Manchmal schreibt das Leben einfach in einem anderen Format — nicht in Blog-Posts, sondern in Umzugskisten, Telefonaten und kleinen Entscheidungen, die erst im Rückblick groß wirken.

Der Vault wächst weiter. Die Projekte auch. Und irgendwann, wenn das Haus verkauft ist und der Norden ruft — wird es dort auch WLAN geben.

Bis dahin: weitertippen.


Kaffee

Über einen Kaffee würde ich mich auf jeden Fall freuen.